Nahrungsergänzungsmittel – Was hilft und welche Nebenwirkungen gibt es?
Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel boomt. Mehr als ein Viertel der Deutschen nehmen mittlerweile regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel in Form von Tabletten, Kapseln oder Pulvern zu sich. Der jährliche Gesamtumsatz der Nahrungsergänzungsmittelindustrie liegt seit Jahren bei weit über einer Milliarde Euro.
Schaut man sich einmal an, wie die Zusammensetzung der Präparate beschaffen ist, stellt man schnell fest, dass viele Produkte bei der empfohlenen Verzehrmenge schon eine Überversorgung an Vitaminen verursachen. Das problematische ist, dass Vitamine nicht vom Körper gespeichert werden und bei Bedarf mobilisiert werden können, sondern entweder ungenutzt ausgeschieden werden oder sich dauerhaft im Körper ablagern und Schäden verursachen. Die Vitamine B1, B12 und Vitamin C sind wasserlöslich und werden bei Überdosis auf dem schnellsten Weg über den Urin ausgeschieden. Sie schaden bei Überdosierung nicht und werden deshalb oft sehr hoch dosiert. Der Sinn dessen ist fragwürdig. Die fettlöslichen Vitamine wie Vitamin A, Vitamin D und Vitamin E werden bei Überdosierung nicht vom Körper unverbraucht ausgeschieden, sondern abgelagert. Als Folge können Beschwerden wie Sehstörungen Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Muskelschwäche auftreten. Auch die Aufnahme anderer Vitamine kann durch die Überdosierung der fettlöslichen Vitamine gehemmt werden. Zwar werden diese Vitamine in den meisten Präparaten nicht überdosiert, aber viele Menschen sind der Auffassung, dass Vitamine nicht schaden können und lassen bei der Einnahme nicht die notwendige Vorsicht walten. Ein weiteres Problem ist nicht die vorsätzliche Überdosierung, sondern die kombinierte Zufuhr von Vitaminen aus Nahrungsergänzungsmitteln und Lebensmitteln. Die Grundsätzliche Sinnhaftigkeit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln darf angezweifelt werden, denn bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung wird der Körper ausreichend mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Daher wird eine zusätzliche Zufuhr dieser Stoffe überflüssig. Auch sollte man sich nicht der Illusion hingeben, dass eine zusätzliche Zufuhr von Vitaminen eine grundsätzlich falsche Ernährung kompensieren kann. Das gesparte Geld nicht gekaufter Nahrungsergänzungsmittel sollte besser in qualitativ hochwertige Lebensmittel gesteckt werden.
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